Sechs Männer gestalten unter dem Gruppennamen RUPPICH ihre eigenen Audiobeiträge – in Eigenregie und stets unter dem Motto: „Von drinnen nach draußen“. Die Podcast-Hörer sollen einen Eindruck vom Leben hinter Gittern bekommen. Das Thema Strafvollzug ist keines mit dem sich die Politik oder die Gesellschaft gerne und offen beschäftigen. Viele Vorurteile, Unsicherheit und Unwissen stehen im Raum, wenn öffentlich über den Strafvollzug diskutiert wird. RUPPICH möchte dazu beitragen, Raum für offene Diskussionen zu schaffen. Volkmar Schöneburg war bei der Premiere des Podcastprojektes RUPPICH dabei.

Der 35 Minuten Podcast, bei dessen Entstehung u.a. Radiomoderator Knut Elstermann und Dokumentarfilmer Daniel Abma beratend zur Seite standen, ging unter die Haut. Themen der Sendung sind die Reduktion und der Verlust der sozialen Beziehungen nach „draußen“, die unterdrückte Sexualität oder das Verhältnis der Gefangenen zum Gefängnispersonal. Dieses ist durch Respekt und Achtung, aber auch durch Misstrauen und Demonstrationen der Macht geprägt.

Einmal fällt in der anschließenden Diskussion auch das Wort von der feindlichen Umgebung, das auf die Gemeinschaft der Gefangenen gemünzt ist. Volkmar Schöneburg wurde erneut deutlich: Wir leisten uns hier einen Apparat, der systematisch Leid produziert. Das ist kein gutes Umfeld für die Resozialisierung der Gefangenen. Aber solange mögliche Alternativen zur totalen Institution Knast nicht realisiert werden, sind solche Initiativen wie „Ruppich“ nicht hoch genug einzuschätzen. Einerseits vermitteln sie uns einen Blick in eine andere Welt, die aber keine Welt von Monstern, sondern eine von Menschen mit Gefühlen und Würde ist. Andererseits steigern solche Projekte bei den Beteiligten das Selbstwertgefühl, die Selbstachtung. Sie sind eine Form der Selbstverwirklichung, die den negativen Tendenzen des Einsperrens entgegenwirkt.

Volkmar Schöneburg mit den Gefangenen des Knastradios “Ruppich”.